Jobs in Australien - Arbeiten Down Under

Erfahrungsberichte/

Study Abroad im australischen Bundesstaat New South Wales

Ein Semester in Australien studieren? Davon träumen viele Studenten. Freie Plätze an australischen Hochschulen gibt es leider nur wenig, die Nachfrage allerdings ist groß. Tina Menges hatte Glück. Sie bekam durch die Partnerschaft, die ihre FH Wiesbaden mit der Southern Cross University in Lismore hat, die Möglichkeit für ein Semester (Juli 2006 - November 2006) nach Australien zu gehen.

Warum hast du dich für ein Auslandssemester in Australien entschieden?

Study Abroad in Australien

Ich wusste nur, dass ich sehr weit weg wollte. Die Ferne im Allgemeinen hat mich einfach fasziniert. Ich wollte ans andere Ende der Welt und sehen, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten Australien mit Deutschland bzw. Europa hat. Es hat mich gereizt, dass ich nicht wusste, was auf mich zukommt.
Außerdem liebe ich Tiere und die Natur, wofür Australien nun einmal prädestiniert ist. Ich wollte im Great Barrier Reef tauchen und auf einer Sanddüne auf Fraser Island spazieren gehen.

Deine Hochschule hat eine Partnerschaft mit der Southern Cross Universität in Australien. Australien ist ein beliebtes Ziel vieler Studenten, die freien Studienplätze sind allerdings rar. Wie hast du dich für dieses Study Abroad Semester qualifiziert?

Ich muss sagen, dass dieser Studienplatz in Down Under ein Selbstzahler-Platz war. Ich musste also die Studiengebühren, wenn auch nur zur Hälfte, selbst bezahlen. Es gab insgesamt zwei freie Plätze und einer davon war ein Austauschplatz, welcher bevorzugt an Studenten vergeben wird, die einen Internationalen Studiengang belegt haben.

Wie hast du dich auf diesen Auslandsaufenthalt vorbereitet?

Den Flug und das Visum habe ich zusammen mit dem Kommilitonen, der den zweiten Platz ergattert hat, über das Internet gebucht. Das ging ziemlich problemlos. Versichert war ich dann automatisch über die australische Hochschule.
Dann musste ich noch einen Shuttle-Service, vom Flughafen in Brisbane bis zur Universität, buchen. Da die Zeitverschiebung ziemlich enorm ist, hat mir das Auslandssekretariat in Australien dabei geholfen und den Bus für uns gebucht.
Die Australier sind im Allgemeinen sehr nett und hilfsbereit und haben das ohne Murren gemacht. Ich war schon ziemlich aufgeregt vor der Reise. Ich wusste ja nicht, ob ich mich gleich zu Recht finden würde. Immerhin waren mir Land und Sprache nicht bekannt. Aber man darf natürlich nicht zu ängstlich sein und muss offen für Neues sein. Und eigentlich ist ja immer jemand da, den man fragen kann.

Wo hast du während deines Auslandssemesters in Australien gewohnt?

Ich habe in einem Wohnheim direkt an der Universität gewohnt. Dies konnte man bei Anmeldung in der Hochschule direkt mit buchen. Am Ende war ich mit drei anderen Studenten (Australier) in einem Appartement. Dies war im Nachhinein das Beste, was ich machen konnte. Viele haben mir vorher geraten eine Wohnung oder eine WG am Strand zu nehmen. Einige Mädels haben das auch getan, diese jedoch konnten sich nie richtig in unsere Gruppe integrieren (sei es bei internen Partys oder Ausflügen). Wenn man direkt am Campus wohnt, lernt man so viele Leute aus der ganzen Welt kennen. Außerdem bekommt man so nicht nur mit, wann Partys sind, man gelangt auch schnell an alle Informationen, die die Hochschule betreffen.

Für ein Auslandsaufenthalt in Australien benötigt man ein gutes finanzielles Polster. Wie hast du dir dieses Auslandssemester finanziert?

Surfen in Byron Bay

Da ich vor meinem Studium gearbeitet habe (bzw. eine Ausbildung gemacht habe), hatte ich die Möglichkeit etwas zu sparen. Das habe ich dann für den Auslandsaufenthalt verwendet.

Im Juli 2006 landete dein Flieger in Brisbane. Was waren deine ersten Eindrücke von Australien?

In den ersten Stunden nach meiner Ankunft wurden wir von dem Shuttle-Service am Flughafen in Brisbane abgeholt und direkt zu meinem Wohnheim gebracht. Dort stand dann auch schon eine Gruppe von Studenten, die als Betreuer für die ausländischen Studenten eingeteilt wurden. Mein Betreuer brachte mich dann zu unserer Wohneinheit. Viele dieser Häuser bestanden aus vier Wohneinheiten, welche wiederum in Vier- oder Sechs-Bett-Zimmer, einer Küche, einem Bad und einem Wohnraum unterteilt waren. Unser Appartement bestand aus vier Zimmern. Nate, mein Betreuer und Mitbewohner gab mir den Schlüssel und ließ mich erst einmal auspacken. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich total hilflos, da ich nur Nate kannte und keine Ahnung hatte, wie es jetzt weitergehen würde. Mein Zimmer zwar klein, hatte aber alles was ich brauchte (Schrank, Schreibtisch und ein Bett natürlich).

Nach dem Auspacken wurden alle neuen Studenten zu einer Willkommensparty eingeladen. Das Stichwort war dabei natürlich BBQ (Barbecue), was sich als Running Gag durch alle anderen Partys zog. Das Essen bestand vorwiegend aus weißem, wabbeligem Toastbrot, Würstchen mit BBQ-Soße und Krautsalat. Das war nicht besonders lecker, aber die Aussies lieben es. Bei diesem Zusammentreffen hatte ich vorab ein mulmiges Gefühl, da erstens alle fremd waren und ich zweitens kein Wort verstand (trotz zwölf Jahren Schul-Englisch). Hier vermischten sich der Aussie-Slang und der Ami-Slang, da über 50 Prozent Amerikaner dort waren.
Ich war total überfordert und verzog mich ganz schnell wieder auf mein Zimmer. Dieser Gefühlszustand zog sich auch noch durch die ersten Tage. Nach einer Woche fand ich dann aber zunehmend mehr Leute, mit denen ich meine Zeit verbrachte. Schon sehr bald fühlte ich mich dann sehr wohl. Also das obligatorische Heimweh, das angeblich nach vier Wochen auftreten sollte, war bei mir nur in den ersten Tagen da. Die restliche Zeit fühlte ich mich so wohl, dass ich kaum an zu Hause gedacht habe.

Welche Erwartungen hattest du vorab an dieses Auslandssemester?

Meine Erwartungen waren, dass ich mein Englisch soweit verbessere, dass ich mich im Alltag ohne Hemmungen unterhalten kann. Des Weiteren wollte ich einfach sehen, wo meine Grenzen bei dieser neuen Erfahrung sein würden. Ich wollte wissen, ob ich auch ganz alleine klar kommen kann.

Wie sah dein Studienalltag in Australien aus?

Studieren in Australien

Mein Studienalltag in Oz war komplett anders als mein Studienalltag in Deutschland. In den australischen Unis wird eigentlich das ganze Semester über gelernt und an irgendwelchen Hausarbeiten gearbeitet. Die Leistungen die man hier erbringen muss, fallen teilweise wöchentlich an. Vieles ist hier sehr praxisbezogen. Beispielsweise hatte ich einen Kurs belegt, der mit Werbung und Medien Management zu tun hatte. Statt hier nur die theoretischen Grundlagen zu lernen, mussten wir Studenten selbst Werbefilme und Radio Spots erarbeiten und produzieren. Das war eine tolle Erfahrung.
In meiner FH in Deutschland war es meistens so, dass wir während dem Semester nur die Vorlesungen angehört haben und uns am Ende innerhalb von drei bis vier Wochen den kompletten Stoff reinpowern mussten. Der Lernerfolg war hier sehr niedrig, da die Lerninhalte nach der geschriebenen Klausur quasi wieder komplett aus dem Kurzspeicher-Hirn herausgelöscht wurden.

Dann haben wir während dem Semester zwei Study Weeks gehabt, in denen wir dann mit verschiedenen Kursen Ausflüge in die Natur unternommen haben. Dies war wohl das aufregendste und interessanteste Erlebnis an der Uni, da man die Natur Australiens hautnah erleben konnte.

Musstest du in Australien auch Studienleistungen erbringen?

Ja, meine Fachhochschule hat mir von vornherein nur Kurse gewährt, die auch zu meinem Studiengang fachlich gepasst haben. Die Kursauswahl war etwas schwierig. Die Kurse, die ich für mein letztes Semester hier in Deutschland gebraucht hätte, wurden nur im Sommersemester an der SCU in Australien angeboten. Da ich aber das Wintersemester (übrigens eine gute Wahl) genommen habe, bekam ich im Endeffekt nur Kurse, die mir nicht wirklich etwas gebracht haben. Ich konnte mir also kaum etwas in Deutschland anrechnen lassen, obwohl meine FH sehr loyal ist, wenn es um die Anerkennung von Studienleistungen geht. Allerdings hat mich das nicht von meinem Semester in Oz abgehalten.

Waren in deinen Kursen an der australischen Hochschule noch viele andere ausländische Studenten?

Ja! Viele Kurse, die ich hatte, waren sehr beliebt bei den europäischen und internationalen Studenten. Alles in allem ist die australische Uni auch sehr hilfsbereit, wenn es um ausländische Studenten geht. Auch die Dozenten haben uns beispielsweise mit mehr Lehrmaterial als üblich unterstützt. Hier wurden die sprachlichen Barrieren berücksichtigt, was das Studieren sehr erleichtert hat.

Konntest du dir in deiner Freizeit viel vom australischen Kontinent ansehen?

Unterwegs in Australien

Wir haben die Wochenenden immer voll ausgenutzt, sind zu Wasserfällen oder an das Meer gefahren und haben teilweise auch durch die Uni organisierte Trips durchs Outback und in Zoos unternommen. Beispielsweise gab es auch diesen Kurs Outdoor Education. Hier wurde uns sehr viel über die Natur Australiens beigebracht, die man in zwei jeweils viertägigen Trips hautnah erleben konnte.
Des Weiteren war ich auf Fraser Island, am Great Barrier Reef tauchen und hab mir die Städte Melboure, Canberra und Sydney angeschaut. Einen Surfkurs in Byron Bay habe ich auch gemacht.
Die restlichen zwei Wochen meines Aufenthalts habe ich dann mit meiner Freundin Ashlee bei ihrer Familie verbracht. So konnte ich hautnah erleben, wie die Aussies ihr Leben gestalten.
Zwar bestand durch die geringe Freizeit nicht die Möglichkeit, dass ich mir noch mehr ansehen konnte, aber es gibt für mich bestimmt noch einen zweiten Aufenthalt in Australien.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

Von Julia von der Heyden, November 2007



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