Jobs in Australien - Arbeiten Down Under

Erfahrungsberichte/

Studienalltag in Perth: Es wird gefeiert, getrunken und ab und zu studiert!

Unterwegs in Australien

Catherina war von Juli bis Dezember 2006 in Australien. Zunächst absolvierte die Wiener Neustädter Studentin ein Semester an der Universität in Perth. Im Anschluss daran reiste Catherina noch quer über den australischen Kontinent.

Du hattest vorerst gar nicht den Wunsch ins Ausland zu gehen. Warum hast du dich schließlich doch dazu entschlossen?

Das war wirklich eine spontane Entscheidung. Ich redete zwar öfter davon, dass ich mir wünschen würde, für längere Zeit ins Ausland zu gehen, doch als ich dann die Gelegenheiten hatte, traute ich mich nie.
Schließlich hat mich mein Vater überredet bzw. davon überzeugt ins Ausland zu gehen. Und das war auch die beste Entscheidung, die ich bisher getroffen habe.

Du hast dich schließlich für ein Auslandssemester auf dem australischen Kontinent entschieden. Hat deine Universität eine Partnerschaft mit der australischen Universität oder hast du dich eigenständig um diesen Studienplatz beworben?

Ich studiere an der Fachhochschule Wiener Neustadt. Seit ungefähr einem Jahr besteht erst die Partnerschaft mit der Edith Cowan University in Perth. Eine Studienkollegin und ich waren also die ersten zwei Studenten, die nach Australien konnten.

Wie hast du dich für diesen Studienplatz in Australien qualifiziert?

Bei uns an der Fachhochschule muss man fünf verschiedene ausländische Universitäten angeben, an denen man sein Auslandssemester absolvieren möchte. Und je nach Notenschnitt bekommt man dann die Wunschuniversität oder eben die, die an zweiter, dritter, vierter oder fünfter Stelle steht. Australien stand bei mir an erster Stelle und ich bin überglücklich, dass ich diesen Platz bekommen habe.

Welche organisatorischen Angelegenheiten musstest du vor Reisebeginn erledigen?

Es war organisatorisch sehr viel zu erledigen: Flüge buchen, Reisen in Australien buchen, Visum beantragen (Online!) und einen Platz im Studentenwohnheim beantragen. Es kamen sehr viele Vorauszahlungen auf mich zu, weshalb ich ständig Kontakt (per Fax) mit der Partneruniversität hatte. Unser International Office an der FH ist leider sehr schlecht. Man kann sich auf die Mitarbeiter dort nicht verlassen. Es gab da viele Probleme und somit mussten wir viel alleine organisieren: Die Anmeldung an der Universität, die Einschreibung in die Kurse etc.
Außerdem musste ich mich um meine Wohnung kümmern, mein Auto abmelden und mich um eine Postweiterleitung zu meinem Vater bemühen. Und ich musste mir natürlich auch erst einmal eine Kreditkarte für das Ausland besorgen.

Es wurden zwei Studienplätze für Australien vergeben. Bist du dann auch zusammen mit deiner Studienkollegin in Down Under gewesen?

Weihnachten in Australien

Ja, Margot und ich sind gemeinsam geflogen und dementsprechend haben wir auch alles gemeinsam organisiert. Allerdings waren wir dann doch noch zu viert, denn zwei Studenten, die schon mit ihrem Diplom fertig waren, wollten ebenfalls für den Master nach Australien. Sie mussten diesen Aufenthalt dann vollkommen eigenständig finanzieren. Margot und ich wohnten dann in Down Under auch nebeneinander. Für mich war es einfacher, dass ich nicht alleine war. Sie war für mich eine richtige Stütze.

Kannst du dich noch an deinen ersten Tag in Australien erinnern?

Der erste Tag war sehr anstrengend. Nach 24-stündiger Reise kamen wir gegen 17 Uhr im Studentenwohnheim an. Es war Juli und das Wetter war schrecklich. Es hat richtig gestürmt. Dann waren wir noch schnell einkaufen: Etwas zum Essen, Geschirr und alles, was man die ersten Tage so braucht. Anschließend haben wir ausgepackt, geduscht und sind dann sofort ins Bett gefallen.
Die Zeit verging wahnsinnig schnell. Es waren einfach zu viele Eindrücke für einen Tag. Alles war neu und aufregend.

Wie kamst du mit den sprachlichen Barrieren in Australien zurecht? Konntest du deine Englisch-Kenntnisse verbessern, obwohl du viel mit einer deutschsprachigen Kommilitonin zusammen warst?

Also anfangs hatte ich schon ein Problem damit Englisch zu sprechen, da ich noch nie länger als drei Wochen im Ausland war. Zu Beginn habe ich die Australier auch kaum verstanden. Manche hatten aber auch eine sehr deutliche Aussprache, andere Australier konnte ich wiederum überhaupt nicht verstehen.
Aber nach kurzer Zeit legte sich das alles. Meine Englisch-Kenntnisse konnte ich durchaus verbessern. Mein bester Freund in Down Under war ein Australier.

Erzähl uns von deinem Studienalltag in Perth!

Die Universität funktioniert ganz anders als die in Österreich. In Australien studiert man pro Semester nur drei oder vier Fächer über 14 Wochen. Das Semester endet mit einer dreistündigen Prüfung. Der Campus in Perth war riesig: 25 Gebäude, vier Cafés, ein Pub, ein See und eine Tribüne. Bei uns an der FH Wiener Neustadt haben wir viel mehr Fächer, kürzere Einheiten, Anwesenheitspflicht etc.
In Australien war ich neun Stunden pro Woche im Unterricht. Der Rest war Selbstsstudium.

Das Studentenwohnheim war auch ganz anders, es bestand aus Häusern. In einem Haus wohnten zwölf Leute. Zu sechst teilt man sich eine Küche, ein Wohnzimmer und zwei Bäder. Es gefiel mir dort sehr.
Der Uni-Alltag ist ansonsten dem in Österreich sehr ähnlich. Es wird viel gefeiert, getrunken und ab und zu studiert! Es gibt allerdings mehr international Students und auch mehr Exchange Students.

Wie intensiv konntest du den Rest des australischen Kontinents kennenlernen?

Fallschirmspringen in Australien

Ich hab ja in Perth studiert und somit die Stadt inklusive aller Strände, Fortgeh-Clubs und Restaurants sehr gut kennengelernt. In der siebten Woche haben Margot und ich, mit zwei Australiern, einen Wochenendtrip in den Süden gemacht.
Im Mid-Term Break haben Margot, die anderen zwei österreichischen Studenten und ich eine organisierte Tour bis nach Exmouth gemacht. Der Trip dauerte eine Woche. Dabei haben wir viel erlebt.

Nachdem wir dann alle Prüfungen hinter uns hatten, sind wir zu viert zunächst nach Melbourne geflogen. Wir haben die Stadt besichtigt, uns ein Auto besorgt und sind die Great Ocean Road entlang gefahren.
Unser nächster Flug ging dann nach Brisbane. Dort hatten wir leider nur einen Tag, um uns die Stadt anzusehen. Wir haben uns dort wieder ein Auto besorgt und haben dann zwei Tage an der Gold Coast verbracht.
Anschließend sind wir mit dem Nachtbus Richtung Fraser Island gefahren. Am nächsten Tag sind wir angekommen und schon begann unsere fünftägige Tour auf Fraser Island. Danach sind wir noch nach Airlie Beach gefahren und haben dort einen dreitägigen Segel- und Schnorchelausflug am Great Barrier Reef gemacht. Bis nach Cairns haben wir es leider nicht geschafft. Zeitlich und finanziell war einfach nichts mehr möglich. Also haben wir noch zwei Tage an der Lagune in Airlie Beach verbracht und zum Abschied waren wir noch Fallschirmspringen über den Whitsunday Islands. Danach mussten wir auch schon wieder zum Flughafen, um die Reise nach Sydney anzutreten. Unsere letzten sechs Tage verbrachten wir dann noch in Sydney, bevor es kurz vor Weihnachten wieder nach Österreich ging.

Welche Erwartungen hattest du vor Reisebeginn und was für ein Resümee konntest du am Ende deines Australien-Aufenthalts ziehen?

Meine Erwartungen hielten sich in Grenzen. Da alles sehr spontan kam, ließ ich es auf mich wirken. Zunächst wollte ich gar nicht weg und hatte sogar richtig Angst davor.
Da ich eigentlich eine sehr offene und spontane Person bin, gab es manchmal Schwierigkeiten, denn die restlichen drei meiner Kommilitonen waren eher ruhigere Persönlichkeiten.
In Australien gefiel es mir sehr gut. Ich habe dort einen sehr guten Freund kennengelernt, der immer für mich da war. Durch Skype konnte ich natürlich auch sehr viel Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden zu Hause halten. Natürlich hatte ich auch kurz (zwei oder drei Tage) richtig schlimmes Heimweh.

Die Reisen waren sehr aufregend und spannend. Margot und ich wurden ganz dicke Freundinnen, haben noch immer sehr intensiven Kontakt. Wir haben uns so richtig lieb gewonnen. Mein Resümee: Meine Erwartungen wurden übertroffen!

Rückblickend: Was hat dir an Australien besonders gut gefallen und was fandest du eher negativ?

Auslandssemester in Australien

Das Klima in Australien ist schon beeindruckend. Klar war es kühl im Juli und August, aber tagsüber gab es auch meist 20°C. Ich habe sehr viele unterschiedliche Persönlichkeiten und Kulturen kennengelernt. Ich fand fast alles toll!

Blöd war dann irgendwie, dass nach einer Zeit Routine eintrat. Aber das ist wohl überall auf der Welt so.
Margot und ich hatten ein paar Probleme mit unseren Mitbewohnern im Studentenwohnheim. Das hat uns manchmal wirklich etwas belastet. Sonst war eigentlich alles wunderbar.
Nur Rauchen durfte ich in meinem Zimmer und in den Lokalitäten nicht. Einzig im Bundesstaat Victoria war das Rauchen zum damaligen Zeitpunkt noch erlaubt.

Möchtest du noch einmal nach Australien? Gibt es schon konkrete Pläne?

Auf jeden Fall möchte ich noch einmal nach Australien, um den Rest des Landes zu sehen: Broome, Darwin, Canberra, Adelaide, Tasmanien und Alice Springs sind ja noch offen. Falls es irgendwie möglich wäre, würde ich diese Reise dann gerne mit Neuseeland und/oder Fiji kombinieren.
Konkrete Pläne gibt es nicht, denn momentan muss ich erstmal wieder Geld sparen, um überhaupt an eine neue Reise denken zu dürfen.

Von Julia von der Heyden, Januar 2008



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