Ein Locum-Doctor ist ein Mediziner, der von Praxis zu Praxis oder von Krankenhaus zu Krankenhaus zieht und dort die Ärztevertretungen übernimmt. Dieses Phänomen hat sich bereits weltweit etabliert. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es Jahr für Jahr auch Mediziner aus Deutschland ins Ausland zieht, die dort die Rolle des Locum-Doctor übernehmen.
Auch in Australien bieten sich viele Möglichkeiten für Ärzte oder angehende Mediziner; die Qualität der Stellen ist zum Teil allerdings sehr unterschiedlich. Um in Australien als Arzt arbeiten zu dürfen, ist es erforderlich, den Fremdsprachentest "International English Language Testing System" (IELTS) oder das "Australian Medical Council Exam" (AMC), eine Art Approbationsprüfung für ausländische Ärzte, abzulegen. Vereinzelt müssen ausländische Fachärzte auch Teile der australischen Facharztprüfung wiederholen. Wenn man diese Prüfung besteht, muss weder der IELTS noch der AMC abgelegt werden.
Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Einige Kliniken, vor allem in ländlichen Gebieten, verlangen keine weiteren Prüfungen.
Ausländische Mediziner arbeiten in Australien meist auf einem eher niedrigen Niveau. Einige Australier würden zu diesen Bedingungen nicht als Arzt arbeiten. Die Bezahlung ist allerdings immer noch besser als beispielsweise in Deutschland.
Doch natürlich gibt es auch in Australien ausgezeichnete Jobs für Mediziner; diese Stellen sind allerdings heiß begehrt, sowohl von einheimischen als auch von nicht-australischen Ärzten.
Wer sich für eine Stelle als Locum-Doctor in Australien interessiert, muss über sehr gute Englischkenntnisse verfügen. Des Weiteren sollte man sich bewusst sein, dass es zunächst nicht einfach sein wird, sich in Australien zu etablieren. Als Locum-Doctor ist es keineswegs leicht, ein vertrautes Arzt-Patienten-Verhältnis aufzubauen; und die vielen Fachbegriffe muss man sich auch erst einmal aneignen.
Bewirbt man sich über eine Vermittlungsagentur als Locum-Arzt, sollte man vorsichtig sein und sich genauestens informieren, denn so werden in Australien gerne Stellen vermittelt, die sonst keiner annehmen will.
Dennoch: Es lohnt sich, auch über den Tellerrand hinaus zu schauen. Wer in Australien als Locum-Doctor tätig sein will, kann mit einer guten Bezahlung, wegfallenden Verwaltungsaufgaben und einer Menge wertvoller Erfahrungen rechnen. Und hat man sich in der Fremde erst einmal etabliert, stehen einem alle Türen offen - zum Beispiel für eine Festanstellung.