Jobs in Australien - Arbeiten Down Under

Erfahrungsberichte/

Weg vom deutschen Arbeitsalltag - Als Speditionskauffrau in Down Under

Anne ist seit dem 12. Januar 2008 in Sydney, Australien. Hier arbeitet sie als Speditionskauffrau bei Cargoline Allport. Ob Anne bereits im Juli oder erst im November zurück nach Deutschland kommt, ist noch offen…

Du arbeitest momentan in Australien als Speditionskauffrau bei Cargoline Allport. Warum zog es dich ans andere Ende der Welt?

Ich habe zuvor schon in Deutschland als Speditionskauffrau gearbeitet. Ich war dort für den Luftfracht Export zuständig. Irgendwann war ich dann sehr gelangweilt, weil ich jeden Tag das gleiche tat.
Ich dachte mir, mit besseren Englisch-Kenntnissen hätte ich wohl die Möglichkeit Routing Managerin zu werden und müsste nicht länger nur Sachbearbeiterin sein. Und so entschied ich mich, ins Ausland zu gehen. Ich bat meinen Chef mir zu helfen und nun bin ich auch schon hier. Ob es mir dann wirklich etwas bringt, wird sich dann aber erst später zeigen.

Leben und Arbeiten in Sydney

Deine Länderwahl fiel nicht auf Amerika, England oder Kanada, sondern auf Australien. Was waren deine Beweggründe für diese Entscheidung?

Das ist eine gute Frage. Als ich 18 Jahre alt war, war ich bereits in Oxford, England. Dementsprechend wollte ich nicht unbedingt noch einmal nach England, obwohl es dort wirklich sehr schön war.
Ich habe dann einfach Bewerbungen geschrieben und gesagt, dass ich dorthin gehe, wo ich einen Job bekomme. Amerika wäre nichts für mich gewesen, da mich das Land einfach nicht reizt. Ich wollte eigentlich nach Kanada, da es nicht ganz so weit weg von zu Hause ist. Das hat aber leider nicht geklappt. Ich denke nun aber auch, dass Australien schon die beste Entscheidung war.

Wie hat dein deutscher Chef darauf reagiert, dass du dich beruflich weiterentwickeln möchtest?

Anfangs war mein Cef natürlich wenig begeistert. Schließlich fehlt ihm zurzeit eine Arbeitskraft. Ich glaube, er hat am Anfang schon gehofft, dass ich keinen Job im Ausland finde. Doch die Australier suchen immer qualifizierte Arbeitskräfte aus Deutschland. Mein Chef weiß ja auch, dass ich jung bin und mich weiterentwickeln muss.
Letztendlich unterstützt er mich ja auch und hat mich für acht bis elf Monate gehen lassen. Das hätte er nicht tun müssen. Er hätte ja auch sagen können, dass ich dann kündigen muss und er sich eine neue Arbeitskraft sucht. Ich habe wirklich einen sehr netten Chef und viel Glück.

Wie hast du denn den Job in Australien gefunden? Wie gestaltete sich das Bewerbungsprocedere?

Ich habe zunächst im Internet nach australischen Speditionen gesucht und schließlich jede Spedition per E-Mail angeschrieben. An diese E-Mail habe ich dann auch gleich ein Anschreiben und einen Lebenslauf angehängt.
Ich habe viele positive Antworten bekommen und mich am Ende für eine australische Firma entschieden.

Was gehört als Speditionskauffrau in Australien zu deinen Aufgaben?

Ich bin für die Luftfracht zuständig und kümmere mich um den internationalen Import und Export. Ich mache hier im Prinzip das gleiche, was ich auch in Deutschland gemacht habe. Allerdings bin ich in Australien allein in diesem Bereich tätig und somit mein eigener Chef.

Wie ist das Arbeitsklima in der australischen Firma?

Leben und Arbeiten in Sydney

Das Arbeitsklima ist sehr locker. Es wird nicht so ernst und auch nicht so korrekt wie in Deutschland gearbeitet. Hier sieht man alles sehr locker. Niemand arbeitet länger als 18.00 Uhr. So etwas bin ich gar nicht gewohnt. In Düsseldorf musste ich auch oft länger arbeiten. Da kam es dann auch schon mal vor, dass ich freitags bis 22.00 Uhr im Büro saß.
Die Australier gehen ja auch manchmal früher nach Hause, wenn das Wetter oder die Wellen gut sind. Es ist eine sehr gelassene Atmosphäre.

Wirst du von der australischen Firma für deine Arbeit bezahlt?

Ja, ich bekomme hier sogar mehr Gehalt als in Deutschland.

Wie wohnst du denn in Sydney?

Ich wohne bei einer Gastfamilie. Das war für mich die günstigste Lösung. Die Familie ist sehr nett und ich habe es nicht weit zur Arbeit.

Und wie hast du diese Gastfamilie gefunden?

Mein Chef hat mir eine Homepage, auf der sich australische Gastfamilien vorstellen, gesucht. Dort habe ich mich dann angemeldet und mir innerhalb von zwei Tagen eine Familie ausgesucht.

Erzähl uns vom Familienalltag in deiner australischen Gastfamilie. Gibt es Unterschiede zu Deutschland?

Ich bin ehrlich gesagt nur selten zuhause, da ich den ganzen Tag in der Firma bin und abends oft mit Freunden unterwegs bin. Ich bekomme dementsprechend nicht so viel mit. Ich denke, es ist dem Familienalltag in Deutschland schon sehr ähnlich.
Allerdings denke ich, die Australier interessieren sich nur wenig für Hygiene. Ich glaube, sie haben keine Lust zu putzen. Es ist nicht furchtbar dreckig, aber ich kenn es aus Deutschland ganz anders. Dort achtet man viel mehr darauf, wie man seine Wohnung oder sein Haus präsentiert.

Wie bist du anfangs mit der sprachlichen Umstellung zurechtgekommen?

Ich muss gestehen, dass ich dachte, ich käme ganz schnell wieder in die Sprache rein. Am Anfang war die Umstellung dann aber doch sehr schwierig. Besonders schwer war es, die Kunden am Telefon zu verstehen. Manche von ihnen haben so einen starken Slang, dass es wirklich anstrengend für mich war.
Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt und es wird von Tag zu Tag besser.

Von Julia von der Heyden, April 2008



Australien Jobs: Jobs in Australien · Arbeiten in Down under · Impressum · Sitemap